Abschiede
Es gibt keine Zeit in meinem Leben, in der ich so intensiv mit Abschieden befasst war wie jetzt.
Der Blog „tagundnachtgedanken.de“ ist meine Form, die Gedanken, zu denen mich die heftigen Umbrüche in meinem Leben Tag und Nacht inspirieren, zur Sprache zu bringen. Manchmal laufen meine Gedanken so, dass ich kaum hinterherkomme, und manchmal stehen sie auch ganz still da.
Es gibt keine Zeit in meinem Leben, in der ich so intensiv mit Abschieden befasst war wie jetzt.
Drei durchwachsene Tage liegen hinter mir. Eine seltsame Mischung aus mittlerweile erfolgreichen Abführmaßnahmen durch das Team der Palliativstation und herzerwärmenden Besuchen von Freund*innen und Familie. So viel vermischte Freude: Wenn nur die Übelkeit nicht wäre, die einfach immer wiederkommt, die Übelkeit, die meine ganze Person trifft, und die Schmerzen im Rücken- und Brustbereich, die die Angst in sich bergen vor dem, was da noch kommen kann.
So vieles geht mir heute durch den Kopf, und es ist ein großes Durcheinander.
Nach einer guten, richtig erholsamen Nacht (tiefer Schlaf mit nur einer Unterbrechung: Zu-niedriger-Blutzucker-Alarm) habe ich heute Morgen Lust und Kraft, selbst einen Blog-Beitrag zu schreiben. Nach dem gestrigen Tag schier unvorstellbar. Ich bin so glücklich.
[geschrieben von Christoph]
Ute hatte eine sehr krisen- und schmerzhafte Nacht und einen ebensolchen Morgen. Am Morgen waren die Schmerzen so übermächtig, dass Ute die Krankenschwester und mich fragte, ob das jetzt das Sterben sei. „Ich bin so unruhig und verwirrt. Aber für mich ist das ja auch das erste Mal.“ Ich konnte gar nicht anders und habe laut aufgelacht, unglaublich diese Frau. Und dann gleich danach ihre wilde, auch verzweifelte Abwehr gegen den Gedanken des Sterbens und gegen das Gefühl, aus dem dieser Gedanke erwächst.
Hinweis: Im Archiv werden alle Blog-Einträge nach Monaten aufgelistet, auch die aktuellen.