Sonntagmorgen
Nach einer guten, richtig erholsamen Nacht (tiefer Schlaf mit nur einer Unterbrechung: Zu-niedriger-Blutzucker-Alarm) habe ich heute Morgen Lust und Kraft, selbst einen Blog-Beitrag zu schreiben. Nach dem gestrigen Tag schier unvorstellbar. Ich bin so glücklich.
Auf dem heutigen Plan stehen lauter nette Dinge. Die Stationsschwester hat ein Wohlfühlbad vorgeschlagen, das ich sehr gerne in Anspruch nehmen werde. Ich bin gespannt und werde hoffentlich selbst davon berichten. Ich habe das Gefühl, dass alle darum bemüht sind, es den Patientinnen und Patienten so gut wie irgend möglich gehen zu lassen. Jeden Wunsch zu erfüllen noch bevor man selbst ihn für sich identifiziert hat. Als wir am Mittwoch bei sengender Hitze hier ankamen, wurde eine Extra-Spätschicht Röntgen durchgezogen, was für die dringend erforderliche Diagnostik absolut hilfreich war. Und auf der Palliativstation angekommen war eine der ersten Fragen: „Wollen Sie ein Eis? Wir haben Vanille oder ein Wassereis, schön erfrischend.“ Ja, ich wollte.
Mehr aber noch war und ist es die Freundlichkeit, die Fürsorge, die Nächstenliebe, die mich hier umgibt (die sich manchmal in Form von Eis zeigt) und die mir hilft, meinen schweren letzten Weg zu gehen.
Diese Liebe spüre ich auch von den Besuchen, die ich leider nur in sehr reduzierter Form empfangen kann. Meine Kraft … sie ist einfach extrem reduziert. Sie verlässt mich manchmal auf einen Schlag. Auch jetzt ist „der Stöpsel wieder rausgezogen“. Doch dass ich bereits am Morgen Besuch von einem meiner beiden Söhne hatte und dann diese Zeilen selbst schreiben konnte, ist einfach großartig. Ein Wunder.
[Das schrieb ich am Vormittag.]