Wie im Himmel? Muss man erstmal hinkommen!
Alles war vorbereitet. Am gestrigen Samstag um 12 Uhr sollte der Wünschewagen zum Hospiz kommen und Ute umsichtig wie beschützend nach Bad Hersfeld zu den Festspielen fahren. Sie hatte sich so gewünscht, in der Stiftsruine die Theateraufführung des Stückes "Wie im Himmel" zu sehen.
Ursprünglich sollte es die Abendvorstellung am 25. Juli sein. Da war Ute gerade den dritten Tag im Hospiz. Kein Denken daran, mit dem Auto nach Bad Hersfeld zu fahren und dort ins Theater zu gehen.
Mit dem Auto? Das ist so eine Frage wie "Ganz Gallien?"
Nein, mit dem Wünschewagen! ("Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.")
Der Wünschewagen macht die Erfüllung letzter Wünsche von Schwerstkranken möglich. Klingt vielleicht merkwürdig, aber: Antrag online ausfüllen, und dann ruft ein Wünschemensch an, sagt, ob die Erfüllung möglich ist, und wenn ja, ist man in den allerbesten Händen.
Vom Kauf der Tickets über die Abklärung des medizinisch Notwendigen bis zum Einsatz der Ehrenamtlichen: Alles war organisiert, alles war vorbereitet. Ute hatte sich riesig gefreut, dass über den Wünschewagen der Besuch der Nachmittagsvorstellung am gestrigen Samstag möglich gemacht wurde.
Am Freitagvormittag mussten wir absagen. Ein realistischer Blick auf Utes Ausdauer und auch ihre Wahrnehmungsfähigkeit ließ eine andere Entscheidung nicht zu. In einem der seltenen Augenblicke von Klarheit sprach Ute am Freitagabend selbst davon, dass der Besuch von "Wie im Himmel" "zu viel für mich wird".
'Hat nicht sollen sein.' = Was ist das nur für eine gottverdammte Scheiße mit dieser Krebserkrankung!
Und komme mir jetzt keine*r mit einem tröstenden Wort ...
[geschrieben von Christoph am Nachmittag des 3. August 2025]