update ⚕ 17 – im Ungewissen
Utes Kräfte lassen weiter nach. Eine Umstellung der Schmerz- und Schlafmedikation hat keine Veränderung oder Erleichterung gebracht. Insofern liegt es nahe, die Verschlechterung auf die unaufhaltsame Krebserkrankung zurückzuführen. Kurze Phasen von Klarheit und Gesprächsfähigkeit wechseln sich ab mit langen Phasen eines nur schwer zu beschreibenden Dämmerzustands.
Wie Utes Weg in den nächsten Tagen weitergeht, ist ungewiss. Manchmal kommen Menschen nochmal zu klarem Bewusstsein, manchmal nicht.
Was noch zum Besten zu geben wäre:
In der letzten Woche: ein Satz von Ute
In der letzten Woche begann Ute gegen Abend zu husten. Ihr wurde auch kalt. "Ich glaube, ich werde krank", sagte sie allen Ernstes. "Ich spüre auch einen Hustenreiz", fügte ich wie zur Bestätigung hinzu, bevor ich merkte, was Ute da sagte, so einen grotesken Satz mitten zwischen einem 'normalen' Erkältungssymptom und einer tödlichen Erkrankung. Wir haben uns dann abgeömmelt und Ute ist auch nicht (erkältungs-)krank geworden.
Vor ein paar Tagen: Blumen
Vor ein paar Tagen kam eine Mitarbeiterin des Hospizes in Utes Zimmer, um sich vorzustellen; sie hatte bis dahin noch keinen Dienst gehabt. Ihr erster Satz: "Was sind hier für viele schöne Blumen, Wahnsinn, und was für ein toller Duft!"
Ute liebt Blumen, und da das viele wissen, haben sie bei den Besuchen in der Wohnung, auf der Palliativstation des Marienkrankenhauses und jetzt im Hospiz die wunderbarsten Blumen mitgebracht. Alle Farben und Formen schmück(t)en die Zimmer, kleine und große, kunstvoll gesteckte aus dem Blumenladen, prächtig zusammengestellte aus dem eigenen Garten, und einige mit Düften, die Ute ein seeliges Lächeln ins Gesicht zauberten.
All diese Blumen flankieren Utes Weg. Und vor ihrem Zimmer steht ein Strauch Tellerhyanzinthen. Stellvertrend für alle wunderbaren Blumensträuße ist hier das Foto 'gepflanzt':
[geschrieben und fotografiert von Christoph am Vormittag des 1. August 2025]