update ⚕ 11 – Zeitalter

Heute beginnt in meinem Blog ein neues Zeitalter. Christoph wird nun versuchen, das in Worte zu fassen, was mich bewegt und was wir im Gespräch austauschen. Mir fehlt jetzt zu oft die Kraft, meine Gedanken und Gefühle zu formulieren und ganz profan auch, die Sätze in den Laptop zu tippen – und doch habe ich immer noch den Wunsch, alle Lesenden über meinen Blog auf dem Laufenden zu halten. Die Texte sind dann mit Christophs Namen gekennzeichnet. Falls mir das Schreiben möglich ist, steht mein Name darunter. Der Grund für Christophs Hilfestellung ist die erneute Verschärfung meiner Erkrankung.

„Es gibt eine Übelkeit, die ich in meinem Bauch fühle, und es gibt eine Übelkeit, die meine ganze Person trifft“, sagt Ute heute Vormittag. Gegen diese sie umfassende Übelkeit kommt Ute schwer an; als wäre diese Übelkeit ein Zeichen, ein Bote des unaufhaltsam wachsenden Krebses. Diese Übelkeit ist schlecht mit Medikamenten zu bekämpfen, sie greift die Seele an, deren Zuversicht, deren Geistkraft, deren Überlebenswille. Der Humor wird in Mitleidenschaft gezogen genauso wie die Energie, etwas Schönes zu machen. Dagegen die Stellung zu halten, kostet viel Kraft, auch weil diese Art der Übelkeit die körperlichen Schmerzen verstärkt. Das bedeutet gegebenenfalls eine größere Dosis an Schmerzmitteln, was wiederum längere Zeiten der Schläfrigkeit zur Folge hat. Alles in Allem ein sehr schwieriger Zustand oder besser: Prozess.

Medizinisch gesehen geht es in diesen Tagen darum, Ute in eine Stabilität zu bringen, dass sie noch mal in ihre Wohnung zurückkehren und ein paar gute Tage zu Hause erleben kann. Ob das gelingt, wird sich erweisen. Für die Verdauungsprobleme zumindest zeichnet sich eine Lösung ab.

[geschrieben von Christoph / Einleitung von Ute und Christoph]

[Persönliche Anmerkung von Christoph:
Ich unterstütze Ute sehr gern darin, dass sie diesen Blog weiterführen kann. Aber letztlich sind es dann doch außer den als Zitate gekennzeichneten Passagen meine Worte, mit denen Utes Weg beschrieben wird. Das erfüllt mich mit großer Traurigkeit, mit einem stechenden Abschiedsschmerz. Denn ich liebe ihre Weise, schöpferisch tätig zu sein; ich liebe ihre Art, auf sich und die Menschen und unsere je eigene und gemeinsame Welt zu blicken; ich liebe ihre Art zu träumen, zu denken und zu sprechen und uns an ihren Tag- und Nachtgedanken teilhaben zu lassen.
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