Sonntag

Einige von Euch wissen, warum es in den letzten Tagen keinen neuen Blogeintrag gab. Auch diesen Eintrag kann ich nicht selbst schreiben, sondern diktiere ihn Christoph.
Ebenfalls bin ich aktuell kaum in der Lage, Eure so wohltuenden Nachrichten wie auch Eure Reaktionen auf meinen Blog zu lesen, geschweige denn zu beantworten. Ich danke Euch für Eure Anteilnahme und guten Wünsche, die mich auf so vielfältigen Wegen erreichen.
Apropos Sonntag:

Neben dem großen Familienbesuchstag (ich hätte so gern mehr Energie gehabt für die Begegnungen, vor allem für meine Enkelkinder) war der Sonntag auch ein intensiver Palliativtag. Mein Magen-Darm-Trakt gewann den Preis größtmöglicher Passivität und meine Blase wusste nicht mehr, wo sie den Urin noch zwischenlagern sollte. Mit anderen Worten: Mein Bauch war rappelvoll und entsprechend schmerzhaft. Die Konsequenzen: Blasenkatheder, Heb-Senk-Einlauf, Nasenkatheder, ich erspare Euch weitere Details.

Seit Sonntag dann wurde meine Verdauungstätigkeit mächtig gedopt und am heutigen Mittwoch – endlich – die (wirklich) große Erleichterung!

Außerdem wurde mir am Sonntag eine Schmerzpumpe installiert; das Morphin fließt jetzt über den Port in meinen Körper. Bei akutem Schmerz kann ich sogar selbst per Knopfdruck für eine Zusatzgabe Morphin sorgen. Auch die anderen Schmerzmittel wurden teilweise umgestellt und neu dosiert, sodass insgesamt die Schmerzen deutlich nachgelassen haben. Ein großes Lob und Dankeschön an das Palliativteam, das sich so intensiv und beharrlich (siehe große Erleichterung!) um mich kümmert!

Gleichwohl ist mein Gesamtzustand ausgesprochen "schlaffibaffi". Ich habe große Mühe, meine Augen offenzuhalten, will nichts essen, kann mich zu nichts aufraffen und schaffe es nur vom Bett bis zum Toilettenstuhl.

Oft kommen mir jetzt Bilder meiner Eltern am Ende ihrer Tage in den Sinn. Wie wichtig gerade der Toilettenstuhl für sie war, soll heißen die ganz normalen Verrichtungen unseres Körpers.

 

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