Die große Müdigkeit

Die Situation ist im Großen und Ganzen unverändert. In den Details gibt es Verbesserungen. Ich habe ein bisschen mehr Appetit. Ich habe ein bisschen weniger Schmerzen. Die sogenannte modulare Schmerztherapie – sprich für jeden Schmerz ein eigenes Medikament und alle in gutem Zusammenspiel – scheint nach den letzten Tagen zunehmend erfolgreich zu werden. Wenn nur diese große Müdigkeit nicht wäre!

Ständig fallen mir die Augen zu. Das heißt nicht, dass ich deswegen ständig schlafe. Vielmehr winden sich Gedanken und Bilder in meinem Kopf. Es ist wie ein leises, permanentes Hintergrundrauschen.

Wenn die Übelkeit oder die anderen Schmerzen die Oberhand gewinnen, dann ist das ein ausgesprochen unangenehmer Zustand. Wenn nicht, dann stellt sich die Situation anders dar: Ich gleite in ein wohliges Dämmern, höre die Vogelstimmen in den Bäumen hinter meiner Wohnung, sehe schöne Bilder aus Vergangenheit und einer erträumten Zukunft. Gleichwohl wünsche ich mir sehnlichst eine Balance zwischen „keine Schmerzen, keine Übelkeit“ und einem klaren Bewusstsein.

[Christoph am Abend des 20. Juni 2025 diktiert]

 

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