Berlin

Es ist eine Binsenweisheit: Wenn eine*r eine Reise tut, dann nimmt er/sie sich selbst immer mit.

In meinem Fall bedeutet das ganz praktisch, eine Tasche gefüllt mit (ich habe mal gezählt) insgesamt 18 verschiedenen Tabletten, Tropfen, Insulin, Zäpfchen … dann natürlich noch Wärmflaschen und Wärmekissen und dies und das.

All das gehört zu mir. Einiges davon ist existentiell für mich. Ohne kann ich nicht mehr leben.

Nun habe ich also gepackt und mich aufgemacht. Bin in Berlin. Die letzten beiden Tage bei lieben Freunden. Jahrelang waren sie mit ihren vier Kindern in den Ferien bei uns auf dem Bauernhof (Block 2). Gemeinsam mit unseren Kindern war da ganz schön was los. Und nun haben sich alle aufgemacht, um mich zu sehen. „Noch mal zu sehen“, keine und keiner hat es so ausgesprochen.

Ich weigere mich auch, diese Reise als Abschiedstour zu deklarieren – und doch schwingt es mit. Es ist einfach so. Und es berührt mich über die Maßen, die erwachsenen Kinder als Eltern zu erleben. So viele alte Erinnerungen und neue Eindrücke. Alle haben sich Zeit für einen gemeinsamen Nachmittag genommen. Wieder einmal ein Geschehen, von dem ich mich frage, ob das ohne meine Erkrankung so stattgefunden hätte. Nicht nur ich setze Prioritäten. Dankbarkeit flutet mich.

Aber es strengt mich auch an. Ich habe eben all das, was mir zu schaffen macht, mitgenommen. Kann Übelkeit und Schwäche nicht bezwingen. Das nervt. Den Wechsel am Abend zu anderen Freunden, deren Wohnung wir die nächsten Tage nutzen dürfen, schaffe ich nur mit Mühe. Ein großer Vorteil dieser Wohnung ist der Aufzug – in den vergangenen Tagen war der 4. Stock Altbau ohne Aufzug heftig für mich.

Heute waren nun kleine Spaziergänge im wunderschönen Kiez angesagt. Österreichische Marillenknödel in Kreuzberg. In den Himmel über Berlin blicken. Und viel ruhen. So ist es.

Mal sehen, was morgen geht. Immerhin: ich bin in Berlin. Und das Wichtigste: gemeinsam mit meinem Schatz und wunderbaren Freunden.

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